Wer heute nach Förderung für IT-Sicherheit sucht, stößt schnell auf Programme, die es gar nicht mehr gibt. „Digital Jetzt“ und „go-digital“ tauchen in vielen Übersichten noch auf, obwohl beide längst keine neuen Anträge mehr annehmen. Das ist ärgerlich, denn die Förderlandschaft hat sich in den letzten zwei Jahren stark verändert. Der Bund hat seine großen Zuschussprogramme beendet, dafür sind einige Länder eingesprungen.
Die gute Nachricht: Es gibt weiterhin Geld für Firewalls, Backups, Penetrationstests, Schulungen und Sicherheitsberatung. Man muss nur wissen, wo. Dieser Überblick zeigt, welche Programme Stand Oktober 2026 noch laufen, was sie bezahlen und welche Fehler Unternehmen bei der Antragstellung am häufigsten machen.
Diese Maßnahmen werden typischerweise gefördert
Fast alle Programme für IT-Sicherheit unterstützen ähnliche Vorhaben. Gefördert werden in der Regel:
- Analyse und Beratung: eine Bestandsaufnahme der IT-Sicherheit durch einen externen Dienstleister, ein Security Audit oder ein Penetrationstest
- Technischer Basisschutz: Firewalls, Virenschutz, Schutz vor Ransomware, Patch-Management und Datensicherung
- Organisation: der Aufbau eines Informationssicherheitsmanagements nach ISO 27001 oder BSI IT-Grundschutz
- Schulungen: Awareness-Trainings und Weiterbildungen der Mitarbeitenden
Nicht gefördert werden meist Standardhardware wie Laptops oder Bürosoftware, laufende Betriebskosten und Projekte, die bereits begonnen haben.
Förderprogramme des Bundes
BAFA: Zuschuss für Unternehmensberatung
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezuschusst Unternehmensberatungen für kleine und mittlere Unternehmen. Dazu kann auch eine Beratung zur IT-Sicherheit gehören. Die Höhe des Zuschusses hängt vom Standort ab: In den ostdeutschen Bundesländern ist die Förderquote höher als im Westen. Jedes Unternehmen kann innerhalb der Laufzeit bis zu fünf Beratungen fördern lassen, höchstens zwei pro Jahr. Wichtig: Die aktuelle Förderrichtlinie gilt nur für Anträge, die bis zum 31. Dezember 2026 gestellt werden. Der Antrag muss vor Beginn der Beratung online beim BAFA eingehen.
KfW: ERP-Förderkredit Digitalisierung
Für größere Vorhaben bietet die KfW den ERP-Förderkredit Digitalisierung an. Er richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen sowie an Mittelständler mit bis zu 500 Millionen Euro Konzernumsatz. Ausdrücklich förderfähig sind IT-Sicherheitskonzepte und die Einführung von Standards wie ISO 27001 oder den BSI-Standards. Ab der zweiten Förderstufe gibt es zum Kredit einen Zuschuss von 3 Prozent, in der dritten Stufe von 5 Prozent des Kreditbetrags, maximal 200.000 Euro. Beantragt wird über die Hausbank.
Kostenlose Beratung über Mittelstand-Digital
Wer erst einmal wissen will, wo er steht, kann die Mittelstand-Digital Zentren nutzen. Das Bundeswirtschaftsministerium finanziert dieses Netzwerk, die Angebote sind für KMU kostenfrei und anbieterneutral. Alle Zentren decken neben Digitalisierung und KI auch IT- und Cybersicherheit ab. Das bestehende Netzwerk läuft Ende 2026 aus. Für 2027 ist laut Ministerium ein neues Netzwerk geplant, in dem IT-Sicherheit noch stärker im Mittelpunkt stehen soll.
Förderprogramme der Länder
Die meisten direkten Zuschüsse für IT-Sicherheit kommen inzwischen von den Ländern. Die folgende Tabelle zeigt die Programme, deren aktuelle Bedingungen wir auf den offiziellen Seiten geprüft haben:
| Bundesland | Programm | Zuschuss | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Nordrhein-Westfalen | MID-Digitale Sicherheit | 50 %, 4.000 bis 15.000 Euro | monatliches Losverfahren vor dem Antrag |
| Bayern | Digitalbonus.Bayern, Bereich IT-Sicherheit | bis 50 %, maximal 7.500 Euro | Antrag über ELSTER, monatliche Kontingente |
| Hamburg | Hamburg Digital Check | bis 50 %, maximal 7.500 Euro | fördert Beratung, Anträge bis 16.11.2026 |
| Bremen | Digitaler Mittelstand KI | 40 % (kleine) bzw. 30 % (mittlere Unternehmen), maximal 17.000 Euro | Schwerpunkt KI, Automatisierung und Cybersicherheit |
Nordrhein-Westfalen: MID-Digitale Sicherheit
Das Programm MID-Digitale Sicherheit ist eines der wenigen, das ausschließlich auf IT-Sicherheit zielt. Gefördert werden drei Bausteine: eine Analyse der IT-Sicherheit durch einen externen Dienstleister, Schulungen der Mitarbeitenden und der technische Basisschutz, etwa Firewall, Virenschutz oder Patch-Management. Der Zuschuss beträgt 50 Prozent, mindestens 4.000 und höchstens 15.000 Euro. Eine Hürde gibt es: Vor dem eigentlichen Antrag nehmen Unternehmen an einem monatlichen Losverfahren teil. Wer nicht gezogen wird, kann sich im Folgemonat erneut bewerben.
Bayern: Digitalbonus
Der Digitalbonus.Bayern hat einen eigenen Förderbereich für IT-Sicherheit. Er richtet sich an kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit weniger als 50 Beschäftigten und einer Betriebsstätte in Bayern. Gefördert werden externe Dienstleistungen, Sicherheitssoftware und dafür notwendige Hardware wie Firewalls oder Backup-Systeme. Der Zuschuss beträgt bis zu 50 Prozent, in der Standardvariante höchstens 7.500 Euro. Beantragt wird online über ein ELSTER-Unternehmenskonto. Weil monatlich nur ein festes Kontingent freigegeben wird, lohnt es sich, den Antrag früh im Monat vorzubereiten.
Hamburg: Digital Check und Kredit Digital
Hamburger Unternehmen können mit dem Hamburg Digital Check eine Beratung zur Informationssicherheit fördern lassen, mit bis zu 50 Prozent und höchstens 7.500 Euro. Die Richtlinie ist bis Ende 2026 befristet, Anträge müssen bis zum 16. November 2026 vollständig bei der IFB Hamburg eingehen. Für größere Investitionen gibt es zusätzlich den Hamburg-Kredit Digital, bei dem IT-Sicherheitsmaßnahmen nach ISO 27001 oder BSI-Standards ausdrücklich förderfähig sind.
Bremen: Digitaler Mittelstand KI
Seit April 2026 fördert das Land Bremen mit dem Programm Digitaler Mittelstand KI Vorhaben zu KI, Automatisierung und Cybersicherheit. Kleinst- und kleine Unternehmen erhalten 40 Prozent, mittlere Unternehmen 30 Prozent der förderfähigen Ausgaben, bis zu 17.000 Euro. Das Programm läuft bis Ende 2027. Mit dem Projekt darf erst nach der Bewilligung begonnen werden.
Weitere Bundesländer
Auch in anderen Ländern gibt es Programme, die Digitalisierung und IT-Sicherheit unterstützen. Die Bedingungen ändern sich allerdings häufig, und manche Programme sind nur zeitweise geöffnet. Den verlässlichsten Überblick bietet die Förderdatenbank des Bundes. Dort lässt sich gezielt nach Bundesland, Förderbereich und Unternehmensgröße filtern.
Diese Programme gibt es nicht mehr
Viele Ratgeber im Netz sind veraltet. Die folgenden Programme werden häufig noch genannt, nehmen aber keine neuen Anträge mehr an:
- Digital Jetzt (Bund): Das Investitionsprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums ist beendet.
- go-digital (Bund): Das Beratungsprogramm ist Ende 2024 ausgelaufen.
- DIGI-Zuschuss Hessen: Laut WIBank endete das Programm mit der Förderphase im Juni 2026. Weitere Förderaufrufe sind nicht vorgesehen.
- Digitalisierungsprämie Plus (Baden-Württemberg): Die Zuschussvariante ist laut L-Bank am 30. Juni 2025 ausgelaufen. Seitdem gibt es dort nur noch eine Darlehensförderung.
So stellen Sie Ihren Förderantrag richtig
Der häufigste Fehler passiert ganz am Anfang. Ein Unternehmen holt ein Angebot ein, unterschreibt den Auftrag, und erst dann kommt die Frage nach Fördermitteln. Dann ist es meist zu spät. Fast alle Programme verlangen, dass der Antrag vor Projektbeginn gestellt wird, und als Beginn gilt oft schon die Unterschrift unter den Vertrag.
Diese Reihenfolge hat sich bewährt:
- Bedarf klären. Was soll konkret verbessert werden, und was kostet es ungefähr? Eine kurze Bestandsaufnahme hilft, das richtige Programm zu finden.
- Programm auswählen. Passt das Vorhaben zu Bundesland, Unternehmensgröße und Förderbereich? Die Förderdatenbank und die IHK helfen bei der Suche.
- Angebote einholen. Viele Programme verlangen Vergleichsangebote und Referenzen des Dienstleisters.
- Antrag stellen und abwarten. Erst nach Bewilligung oder ausdrücklicher Freigabe den Auftrag erteilen.
- Sauber dokumentieren. Rechnungen, Zahlungsnachweise und Ergebnisse aufbewahren. Ohne Verwendungsnachweis wird der Zuschuss nicht ausgezahlt.
Rechnen Sie außerdem mit einem Eigenanteil. Selbst bei 50 Prozent Förderung trägt das Unternehmen die andere Hälfte, und die Mehrwertsteuer wird in der Regel nicht bezuschusst.
Fazit: Fördergeld gibt es noch, aber nicht mehr überall
Die Zeit der großen Bundeszuschüsse für Digitalisierung ist vorbei. Wer in IT-Sicherheit investieren will, findet dennoch Unterstützung: über Landesprogramme wie in NRW, Bayern, Hamburg und Bremen, über die BAFA-Beratungsförderung, den KfW-Kredit oder die kostenlosen Angebote von Mittelstand-Digital. Entscheidend ist, den Antrag rechtzeitig vor Projektbeginn zu stellen und das Vorhaben sauber zu planen.
Sie planen ein IT-Sicherheitsprojekt und wollen Fördermittel nutzen? Wir unterstützen Sie dabei, die passenden Maßnahmen zu definieren und förderfähige Angebote zu erstellen. Kostenlose Erstberatung buchen
Hinweis: Förderprogramme ändern sich häufig. Alle Angaben entsprechen dem Stand Oktober 2026. Maßgeblich sind die jeweiligen Förderrichtlinien.
Quellen
- BAFA: Förderung von Unternehmensberatungen für KMU
- KfW: ERP-Förderkredit Digitalisierung (511, 512)
- Bundeswirtschaftsministerium: Mittelstand-Digital
- Förderdatenbank des Bundes: MID-Digitale Sicherheit (NRW)
- Bayerisches Wirtschaftsministerium: Digitalbonus.Bayern
- IFB Hamburg: Hamburg Digital Check
- IFB Hamburg: Hamburg-Kredit Digital
- BAB Bremen: Digitaler Mittelstand KI
- WIBank: DIGI-Zuschuss Hessen
- L-Bank: Digitalisierungsprämie Plus
- Förderdatenbank des Bundes









