Keepit Backup: So sichern Unternehmen Microsoft 365 und andere Cloud-Dienste zuverlässig

Bild von Thomas Kress
Thomas Kress

Geschäftsführer der Cyberkom

Keepit Backup, Backuplösung, DSGVO

„Das liegt doch alles in der Microsoft-Cloud, da ist es sicher.“ Diesen Satz hört man in vielen Unternehmen. Er stimmt zur Hälfte. Microsoft sorgt dafür, dass seine Rechenzentren laufen und Ihre Daten bei einem Hardwaredefekt nicht verloren gehen. Wenn aber ein Mitarbeiter einen Ordner löscht, Ransomware SharePoint-Dateien verschlüsselt oder ein Angreifer Postfächer leert, gelten Fristen, und die sind kürzer, als die meisten denken.

Genau für diese Lücke ist Keepit gemacht. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum Cloud-Dienste wie Microsoft 365 ein eigenes Backup brauchen, wie Keepit funktioniert und was die Lösung von anderen Ansätzen unterscheidet.

Warum Microsoft 365 ein eigenes Backup braucht

Bei Cloud-Diensten gilt das Prinzip der geteilten Verantwortung. Microsoft ist für die Infrastruktur zuständig, also Server, Netzwerk und Verfügbarkeit. Für die Daten selbst ist der Kunde verantwortlich: wer was löschen darf, wie lange etwas aufbewahrt wird und wie man nach einem Fehler wiederherstellt.

Die eingebauten Wiederherstellungsfunktionen sind dabei nur ein kurzes Sicherheitsnetz. Laut Microsoft-Dokumentation gilt standardmäßig:

DienstWas nach dem Löschen passiertStandardfrist
Exchange Onlinegelöschte Elemente landen unter „Wiederherstellbare Elemente“14 Tage, maximal 30 Tage
SharePoint und OneDrivegelöschte Dateien liegen im zweistufigen Papierkorb93 Tage ab dem Löschen
SharePoint, Notfallsicherunginterne Sicherung für eine Komplettwiederherstellung14 weitere Tage, nur für ganze Websitesammlungen

Quellen: Microsoft zu Exchange Online, Microsoft zum SharePoint-Papierkorb

Wird ein Fehler erst nach vier Monaten bemerkt, ist die Datei weg. Und die Notfallsicherung von SharePoint stellt laut Microsoft nur komplette Websitesammlungen wieder her, nicht einzelne Dateien. Dazu kommen typische Fälle, in denen die Bordmittel nicht reichen: ein übernommenes Admin-Konto, das Papierkörbe leert und Richtlinien ändert. Ausscheidende Mitarbeitende, deren Postfach mitsamt Kundenkorrespondenz nach Ablauf der Fristen verschwindet. Oder gesetzliche Aufbewahrungspflichten von sechs bis zehn Jahren, die mit den Standardfristen nicht abgedeckt sind.

Was ist Keepit?

Keepit ist ein Backup-Dienst, der speziell für Daten aus Cloud-Anwendungen entwickelt wurde. Wir arbeiten mit Keepit als Partner zusammen. Statt Daten in derselben Umgebung zu sichern, in der sie entstehen, legt Keepit die Sicherungen in einer eigenen, unabhängigen Cloud ab. Laut Hersteller werden die Backup-Daten strikt getrennt von den Produktionsdaten gespeichert.

Neben Microsoft 365 sichert Keepit unter anderem:

  • Entra ID, also die Benutzer, Gruppen und Berechtigungen aus dem Microsoft-Verzeichnis
  • Google Workspace
  • Salesforce
  • Dynamics 365 und Power Platform
  • Jira, Confluence und Zendesk

Gerade die Sicherung von Entra ID wird oft unterschätzt. Wird das Verzeichnis durch einen Angriff oder Fehler beschädigt, fehlen nicht nur Daten, sondern auch die Zugänge, mit denen man überhaupt noch arbeiten kann.

So funktioniert Keepit

Die Einrichtung ist bewusst einfach gehalten. Keepit wird mit dem Microsoft-365-Mandanten verbunden und sichert danach automatisch und laufend. Eine eigene Hardware oder Software im Unternehmen ist nicht nötig. Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick:

EigenschaftWas das bedeutet
Unabhängige CloudDie Sicherung liegt außerhalb der Microsoft-Umgebung und bleibt auch bei einem kompromittierten Mandanten erhalten
Unveränderliche BackupsGesicherte Daten können nachträglich weder von Angreifern noch versehentlich verändert oder gelöscht werden
Wahl des DatenstandortsKunden wählen die Region, in der ihre Backups liegen, darunter Rechenzentren in der EU
Lange AufbewahrungAufbewahrungsfristen sind laut Hersteller auf bis zu 99 Jahre einstellbar
Gezielte WiederherstellungEinzelne Mails, Dateien, Kanäle oder ganze Postfächer lassen sich zurückholen, ohne alles andere zurückzusetzen
DurchsuchbarkeitGesicherte Inhalte lassen sich direkt suchen und ansehen, auch wenn das Original gelöscht ist

Laut Hersteller ist Keepit nach ISO 27001 zertifiziert. Für Unternehmen, die unter NIS2 oder DORA fallen, ist ein dokumentiertes, unabhängiges Backup ein wichtiger Baustein für den Nachweis der eigenen Widerstandsfähigkeit.

Keepit im Vergleich zu Bordmitteln und klassischen Backups

KriteriumMicrosoft-365-BordmittelKlassisches Backup im eigenen NetzKeepit
Speicherortim selben Mandanteneigener Server oder Speicherunabhängige Cloud
Aufbewahrung14 bis 93 Tageje nach Speicherplatzfrei wählbar, sehr lang
Schutz bei kompromittiertem Admin-Kontogeringabhängig von der Trennunghoch, da getrennte Zugänge und unveränderliche Daten
Wiederherstellung einzelner Elementeeingeschränktmeist möglichmöglich
Aufwand für Betriebgeringhoch, Hardware und Wartunggering, als Dienst betrieben

Was das BSI fordert und wie Keepit dazu passt

Das BSI bezeichnet Backups in seinen Top-10-Maßnahmen gegen Ransomware als zentrale Schutzmaßnahme. Drei Forderungen sind für Cloud-Daten besonders wichtig:

  • Mindestens eine Kopie getrennt halten. Angreifer suchen gezielt nach Backups. Das BSI nennt dabei ausdrücklich einen vom eigenen Netz getrennten Cloud-Speicher als Möglichkeit. Genau das ist das Grundprinzip von Keepit.
  • Wiederherstellung regelmäßig testen. Laut IT-Grundschutz-Baustein CON.3 Datensicherungskonzept muss geprüft werden, ob sich Daten in angemessener Zeit zurückspielen lassen. Das gilt auch bei Keepit: Ein Test im Quartal mit einer echten Wiederherstellung schafft Sicherheit.
  • Sicherungen vor Zugriff schützen. Nicht jeder Administrator der Produktivumgebung sollte auch die Backups löschen können. Unveränderliche Sicherungen und getrennte Zugänge setzen das technisch um.

Für wen sich Keepit lohnt

Keepit ist besonders sinnvoll für Unternehmen, die:

  • den Großteil ihrer Arbeit in Microsoft 365 erledigen, also Mails, Dateien und Teams
  • gesetzliche Aufbewahrungsfristen erfüllen müssen
  • unter NIS2, DORA oder branchenspezifische Vorgaben fallen
  • mehrere Cloud-Dienste nutzen und nicht für jeden eine eigene Backup-Lösung betreiben wollen
  • kein eigenes Backup-Team haben und einen betreuten Dienst bevorzugen

Microsoft 365 ist dabei nur ein Teil der Datensicherung. Server, Netzlaufwerke und Fachanwendungen brauchen ein eigenes Konzept. Einen Überblick gibt unsere Seite zu Datensicherung und Backup, wie man Backup und Wiederanlauf zusammen plant, unser Beitrag zu Backup und Disaster Recovery.

Fazit: Unabhängig sichern, gezielt wiederherstellen

Microsoft 365 schützt zuverlässig vor technischen Ausfällen. Vor Fehllöschungen, Ransomware und kompromittierten Admin-Konten schützt es nur innerhalb kurzer Fristen. Keepit schließt diese Lücke mit unveränderlichen Sicherungen in einer unabhängigen Cloud, frei wählbaren Aufbewahrungsfristen und gezielter Wiederherstellung einzelner Elemente. Wie bei jedem Backup gilt: Regelmäßig testen, dann funktioniert es auch im Ernstfall.

Sie wollen Keepit für Ihr Unternehmen einsetzen oder Ihre Microsoft-365-Sicherung prüfen lassen? Wir richten Keepit ein, übernehmen die Betreuung und testen mit Ihnen die Wiederherstellung. Mehr zu Keepit bei der Deutschen Cyberkom

Quellen

Inhaltsverzeichnis

Kostenlose Erstberatung

Sie wollen wissen, was das Thema für Ihr Unternehmen bedeutet? Unsere Security-Experten schauen sich Ihre Situation in einem unverbindlichen Gespräch an.

Zu unseren weiteren Blogartikeln

Hier finden Sie noch viele weiter spannende Artikel zu Securitythemen im Cyberkom Blog.

Unsere Referenzen

Über 300 gewissenhafte Unternehmen vertrauen bereits auf die Deutsche Cyberkom

Von mittelständischen Betrieben bis zu großen Konzernen – Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen im Rheinland, Rhein-Main und der gesamten DACH Region setzen auf unsere Expertise in IT-Sicherheit und Endgeräteverwaltung. Sie schätzen unsere präventiven Sicherheitslösungen, professionelles Schwachstellenmanagement und die zuverlässige Betreuung ihrer IT-Infrastruktur durch persönliche Berater, die stets für Sie da sind.

Kontakt aufnehmen, Sicherheit schaffen. ​

Erreichen Sie uns gerne telefonisch oder per Mail mit Ihrem Anliegen. 

Alternativ dazu können Sie sich gerne direkt einen Termin in unserem Kalender einbuchen. Unsere Termine sind auch kurzfristig innerhalb von 24 Stunden verfügbar. 

Ihr Ansprechpartner
Manuel Beha

Manuel Beha, Deutsche Cyberkom